Als wir an diesem kühlen Sonntagnachmittag in Scharnhausen ankamen, lag eine besondere Energie in der Luft. Wir wussten, was wir können – und vielleicht war es genau diese Gewissheit, die uns zu Beginn etwas zu sicher auftreten ließ. Der klare Erfolg aus der Vorwoche schwebte noch über unseren Köpfen, und im Nachhinein müssen wir uns eingestehen: Wir hatten den TSV Scharnhausen unterschätzt.

Doch der Start gehörte dennoch uns. Die ersten 20 Minuten waren geprägt von kontrolliertem Ballbesitz, mutigem Pressing und mehreren guten Möglichkeiten, die wir eigentlich nutzen müssen. Wir ließen hinten wenig zu, standen kompakt und zwangen den Gegner immer wieder zu Fehlern. Aber wie so oft im Fußball schreibt das Spiel seine eigenen Geschichten.

In der 24. Minute der erste bittere Moment:
Ali Salman blieb nach einem Pressschlag liegen, griff sich sofort ans Knie – und uns allen wurde schlagartig klar, dass es für ihn nicht weitergehen würde. Ein Schock für die Mannschaft. Evangelos Potzidis kam ins Spiel, und obwohl er sich sofort einfügte, mussten wir diese Szene erstmal schlucken.

Das Spiel blieb intensiv. Immer wieder rollten unsere Angriffe nach vorne, aber der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Und so ging es mit einem unbefriedigenden, aber offenen 0:0 in die Pause.

Zweite Halbzeit – der Nackenschlag

Nach Wiederanpfiff drehte sich das Spiel. Scharnhausen kam aggressiver, wacher, zielstrebiger aus der Kabine und nutzte unsere kurze Unordnung eiskalt aus. In der 54. Minute der Rückstand – und nur drei Minuten später sogar das 2:0.
Ein Doppelschlag, der uns komplett aus dem Konzept brachte. Für einen Moment schien es, als würde uns das Spiel entgleiten.

Doch genau dann passierte etwas. Statt auseinanderzufallen, erwachte etwas in uns.
Der Blick veränderte sich – der Schritt wurde entschlossener – der Wille war wieder da.

Und dieser Wille wurde belohnt:
In der 66. Minute fasste sich Hakan Acikgöz ein Herz und erzielte mit einem traumhaften Abschluss den Anschlusstreffer zum 2:1. Jetzt war Feuer drin. Jetzt war Altbach zurück.

Wir drückten, kämpften, liefen, gewannen endlich wieder die wichtigen Zweikämpfe. Scharnhausen wankte – und wir rochen unsere Chance.

Und dann kam sie.

  1. Minute.
    Ein hoher Ball, ein Durcheinander im Strafraum – und dort steht Sercan Avci, der den Ball über die Linie drückt.
    Der Ausgleich. 2:2.
    Pure Ekstase. Pure Erleichterung.

In der Nachspielzeit hatte Hamed Jafari sogar noch das 3:2 auf dem Fuß aber legte den Ball knapp am Tor vorbei.

Dieses Spiel hätte anders ausgehen können – vielleicht sogar müssen.
Hätten wir von Anfang an die nötige Schärfe gehabt, den Gegner nicht unterschätzt und unseren Rhythmus früher gefunden, wären die drei Punkte wohl nach Altbach gegangen.

Der heutige Kader: Daniel Kessler, Ali Salman, Okan Soul, Bleon Osmani, Hamed Jafari, Sercan Avci, Adem Kilicaslan, Orhan Ünal, Mahamadou Sawaneh, Hakan Acikgöz, Murat Koc, Yasir Khan, Tolga Genc, Talha Colak, Evangelos Potzidis, Linus Wahl, Melih Gün und Mohammed Abdulbari